Dr. Olaf Thomsen
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Familiengeschichten
rund ums Pankower Kavalierhaus

1. Auflage September 2009
Autorin:
Gisela Langfeldt
Herausgeber:
Maria Heimsuchung
Caritas-Klinik Pankow
Redaktion:
Olaf Thomsen



Zum Geleit
Zur geschäftigen Atmosphäre in der Breiten Straße mitten in Berlin-Pankow wirkt das schön anzusehende Kavalierhaus heute wie eine ruhige, reizvolle Erinnerung an die über zweihundertjährige Geschichte, die es unter verschiedenen Besitzern und in ganz unterschiedlichen Zeiten würdig überdauert hat. Von dieser Geschichte erzählt die vorliegende Broschüre.
Nachdem 1996 ein erstes Heft über das Kavalierhaus erschienen war, hat sich die Autorin Gisela Langfeldt nochmals an die Arbeit gemacht, den Text entsprechend neuester Erkenntnisse ergänzt und ihn herangeführt an die Gegenwart. Darüber hinaus wurde die Broschüre bereichert durch eine Reihe neuer Abbildungen, die den Eindruck von Haus, Park und Interieur sowie von seinen Besitzern und Bewohnern bis in die heutige Zeit noch lebendiger werden lassen.
Seit 1989 hatte das Kavalierhaus knapp zehn Jahre lang leer gestanden. Im Sommer 1998 erhielt der Caritas-Krankenhilfe Berlin e.V. von den damaligen Eigentümern das überraschende Angebot, das Haus sowie das rund 3000 Quadratmeter große Nachbargrundstück neben Maria Heimsuchung Caritas-Klinik Pankow zu erwerben.
Unserem Vorstand war natürlich bewusst, dass sich mit dem Erwerb von Haus und Grundstück die Aufgabe verband, das denkmalgeschützte Gebäude aufwändig zu sanieren.
Mit der entsprechenden Entscheidung Ende 1998 verbanden wir auch die Absicht, das Haus einer öffentlichen Nutzung zugänglich zu machen.
Wir freuen uns sehr, dass sich die vielen Mühen um die Wiederherstellung des Kavalierhauses gelohnt haben und es heute von allen Pankowern, Besuchern und Nutzern so liebevolle Beachtung findet.
Wir danken allen, die das Zustandekommen dieser neu bearbeiteten Broschüre mit ermöglicht haben, insbesondere dem Museumsverbund Pankow und den Landesarchiven Berlin und Brandenburg, dem Märkischen Museum, den Staatlichen Museen und Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, dem Evangelischen Zentralarchiv Berlin, dem Kunstverein Pankow sowie den vielen anderen, die Fotos, Dokumente oder Informationen beigebracht haben.
Helmut Vollmar
Geschäftsführer des Caritas-Krankenhilfe Berlin e.V.


Vorwort
Als Anfang 2000 die Bauarbeiten am Kavalierhaus, einem der ältesten Denkmale in Pankow, begannen, wurde der Fortgang der Arbeiten von den Pankowerinnen und Pankowern sehr aufmerksam verfolgt. Bereits im Mai 2000, inmitten der noch laufenden Sanierung, öffnete das Kavalierhaus seine Türen für eine erste Besichtigung.
Als das Haus im September des gleichen Jahres – im denkmalgeschützten Ensemble mit der unmittelbar benachbarten Villa Breite Straße Nr. 46 und dem denkmalgeschützten Haus Nr. 48 – während des Tages des offenen Denkmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, riss der Strom neugieriger Besucher nicht ab: vor allem kamen viele, die „ihr” Haus aus der Zeit in lebendiger Erinnerung hatten, als es über Jahrzehnte die Heimstatt für Hortkinder einer Oberschule war – Erinnerungen, die auch in diesem Heft bewahrt sind.
Wir freuen uns, dass wir seit der Neueröffnung des Kavalierhauses im Dezember 2000 auch Nachfahren der Familien Hildebrand, von Arnim und Duvinage hier begrüßen konnten und sie durch ihre Erzählungen aus erster Hand und Nachforschungen in ihren Familiengeschichten viel zu unserem Verständnis des Hauses und seiner Bewohner beigetragen haben.
Heute ist das Kavalierhaus längst ein beliebter Anziehungspunkt geworden: bei den regelmäßig stattfindenden öffentlichen Vorträgen, bei Konzerten und Lesungen, medizinischen Fortbildungsveranstaltungen und immer wieder zu den Denkmaltagen. Der Kreis der Besucher und Nutzer des Hauses hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erweitert.
Jedes Jahr, wenn der Frühling sich in unserem Klinikpark bemerkbar macht, die ersten Krokusse sich herausgewagt haben und der blaue Scilla-Teppich den Park nahe dem Kavalierhaus überzieht, durchwandern die Pankower, aber auch die Patientinnen und Patienten von Maria Heimsuchung Caritas-Klinik Pankow den Park und erfreuen sich zugleich an der heute neu hergestellten Schönheit des Kavalierhauses.
Wir wünschen auch der neu erstellten Broschüre eine freundliche Aufnahme bei ihren Lesern.
Heidelinde Elstner
Verwaltungsdirektorin
Maria Heimsuchung Caritas-Klinik Pankow


Inhalt:
Kavalierhaus oder Villa Hildebrand
Hugenotten in Pankow
1695 bis 1736 Henri No
1736 bis 1769 Pierre Roux
1761 bis 1775 Susanne Bouissont
1775 bis 1807 Stiftsrätin Labes
1807 bis 1850 Kaufmann Möring und andere
1850 bis 1865 Hofrat Duvinage
1866 bis 1938 Familie Hildebrand
Mittelseite: Plan von Pankow 1818
1938 bis 1945 Dr. Moeller und Dr. Pfitzner
Die Villa Hildebrand nach dem Zweiten Weltkrieg
1953 bis 1989 „märchenhaft und heimelig”
Barbara Keil: 1990 bis 1996 Kunstverein(t) gegen Verfall
Die denkmalgerechte Sanierung
Eröffnung der Villa Hildebrand („Kavalierhaus”)